18.11.2011 - 12:44

Hat Ihre Website einen "Gefällt mir"-Button? Sie erhoffen sich dadurch, mehr Kontakte für Ihre Homepage zu erreichen, indem Sie die Millionen Nutzer von Facebook, dem weltweit größten Kontaktportal ansprechen können? Nun gerade Facebook ist in jüngster Zeit massiv in die Kritik der Datenschützer geraten.

Das Verfahren von Facebook entspricht nicht dem Gedanken, personenbezogene Daten zu schützen. Durch die Art und Weise des Vorgehens wird das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung der User elementar verletzt. Was mach Facebook falsch? Nun, wenn jemand den Facebook-Button angeklickt, so werden personenbezogene Daten an Facebook übertragen, ohne das die Betroffenen um ihre Erlaubnis gebeten werden. Das gilt unabhängig davon, ob der User selbst ein Facebook-Profil besitzt oder nicht. Auch Nicht-User werden so erfasst. Schlimmer noch: Auch ohne dass der Surfer den Button betätigt, werden ihm mehrere Cookies auf seinem Rechner installiert. Diese bleiben für zwei Jahre gespeichert und erlauben es Facebook den User eindeutig zu identifizieren, wenn er eine Seite betritt, die ebenfalls den "Gefällt mir"-Button einsetzt. Auf diese Weise kann Facebook das gesamte Nutzungsverhalten der Internet-User verfolgen, unabhängig davon, ob er selbst ein Konto bei Facebook unterhält. Die vom Portal angegeben Gründe für den Einsatz dieser Hilfsprogramme sind nicht stichhaltig, wie der Hamburgische Datenschutzbeauftragte in seinem Prüfbericht festgestellt hat.

 

http://www.datenschutz-hamburg.de/uploads/media/Pruefbericht_Facebook-Cookies.pdf [extern]

 

Was ist zu tun? Auf Facebook verzichten? Für viele Einrichtungen ist dies keine ernsthafte Alternative, da sie junge Leute nur so erreichen und auf die von ihnen angebotenen Veranstaltungen nur auf diese Weise hinreichend aufmerksam machen können. Der einzige Weg, hier zur Zeit eine gesetzeskonforme Lösung durchzuführen, ist der "Doppelklick"-Button, wie er vom Heise Verlag (Zeitschriften c't und iX) vorgeschlagen wurde. Beim seinem Aufruf erscheint ein eingeblendeter Hinweis

 

"2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen - siehe i" Unter "i" ist das Konzept erläutert.

 

http://www.heise.de/ct/artikel/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html [extern]

 

Der Heise-Verlag hat die gesamte Problematik in einem sehr eingehenden Artikel "Das Like-Problem. Was Facebooks Gefällt-Mir-Buttons verraten." dargestellt.

 

http://www.heise.de/security/artikel/Das-verraet-Facebooks-Like-Button-1230906.html [extern]

 

Auf die Ausführungen dort, kann nur zustimmend Bezug genommen werden. Wir wollen als Kirche mit den Daten der Menschen, die uns aufsuchen behutsam umgehen. Wir haben insoweit auch eine Vorbildfunktion, nichts zu tun, was Menschen schadet. Die Datenschützer empfehlen deshalb zur Gestaltung des Facebook-Kontakts ausschließlich den Doppelklick-Button von Heise einzusetzen. Der Button steht unter Open-Source-Lizenz und kann von der Projektseite kostenlos heruntergeladen werden.

 

http://www.heise.de/extras/socialshareprivacy/ [extern]

 

Weitere Beiträge zu Facebook:

 

Facebook (Übersichtsseite zu den Aktivitäten des ULD Schleswig-Hostein) [extern]